14. Ausklang in Acireale
Eigentlich wären wir heute von Taormina aus gerne noch nach Castelmola hochgefahren. Dieses Bergdörfchen bildet eine abgeschlossene Siedlung, welche für ihre Aussicht und ihren Mandelwein bekannt ist. Doch das Wetter macht nicht mit. Die höheren Zonen liegen im Nebel, was bei den engen und kurvigen Strassenverhältnissen sehr mühsam sein kann. Deshalb fahren wir nach dem Abschied bei Charles in Taormina nach Acireale, einer kulturell interessanten Stadt oberhalb einer Steilküste am Meer. Nach dem grossen Erdbeben von 1693 wurden hier viele prächtige Barockbauten erstellt. Richard Wagner schrieb in Acireale an seinem Parsifal. Touristen findet man zu dieser Jahreszeit in der «Stadt der hundert Glockentürme» an der Zyklopenküste jedoch wenige. Nach der Ankunft in der Unterkunft Residenza Cavour zeigt uns Gastgeber Michelangelo einen Parkplatz, auf welchem wir dank der App «EasyPark» unseren Wagen bis morgen stehen lassen können. Der kleine Parkplatz an der Piazza San Domenico wird flankiert von der gleichnamigen Kirche und weiteren ansehnlichen Gebäuden. Doch in dieser typisch sizilianischen Stadt sind auch viele Zeugen von Armut anzutreffen.
Die Gassen der Altstadt sind wiederum sehr eng. Viele Häuserfronten sind schwarz wegen der Abgase. Für Fussgänger ist es oft lebensgefährlich, denn in den vielen Einbahnstrassen haben motorisierte Verkehrsteilnehmer offensichtlich Vortritt. Deshalb beschränken wir unseren Stadtrundgang auf das Wesentliche, nicht ohne die Besitzerin eines Strassenkiosks mit je einem Aperol zu unterstützen. Wir besuchen die Basilica San Sebastiano, welche wegen einer Besuchergruppe ihre Pforten auch für uns öffnet.
Damit wir unsere Sizilienreise würdig abschliessen können, reservieren wir in der Nähe unserer Unterkunft im hübschen Lokal «Antica Osteria Palamidessi» einen Zweiertisch für das Nachtessen. Die Speisekarte lässt uns nicht daran zweifeln, dass hier vorwiegend lokale Spezialitäten serviert werden. Ein Gebäude erinnert an die unbekannten Soldaten der vergangenen Weltkriege. Daneben befindet sich der grosszügige Domplatz. Die zweigeteilte Kathedrale mit der hellen Aussenfassade wirkt im Innern ziemlich düster. Contrasti Italiani - einmal mehr!



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