8. Auf den Spuren von Griechen und Römern

Das südliche Sizilien ist ein Hotspot von antiken Zeitzeugen. Im Tal der Tempel bei Agrigent stehen griechische und römische Heiligtümer dicht an dicht. Der grosse archäologische Park gilt als UNESCO-Weltkulturerbe. Mehrere Tempel wurden jedoch durch Kriege oder Erdbeben zerstört. Hier kämpften seit 580 v. Chr. die Einwohner aus Gela, Einwanderer aus Kreta und Rhodos, Karthager, Syrakuser und Römer um die Vorherrschaft. Nicht zuletzt machte auch die römisch-katholische Kirche ihren Einfluss geltend. Hier soll Pythagoras 555 v.Chr. eine flammende Rede gegen den Tyrannen gehalten haben, welcher seine Feinde in einem bronzenen Stier zu Tode röstete. Auch der geflügelte Ikarus ist mehrmals präsent. Obwohl abgestürzt, wirkt er heute bronzern noch durchaus knackig, sehr zum Gefallen der zahlreichen weiblichen Touristinnen.








Am Abend erkunden wir Agrigent, das antike «Akragas». Die Gegensätze zwischen Prunk und Armut stechen auch hier in die Augen. Das Postgebäude ist ein Marmortempel, daneben rosten die Briefkästen vor sich hin. Bei der Quästur (Polizeihauptgebäude) erklärt ein Schild, wie das Gesetz frei macht. Daneben ist eine Gedenktafel für einen jungen Polizisten, welcher von der Mafia ermordet wurde.






Am folgenden Tag fahren wir zur Türkischen Treppe etwa 4 km westlich von Porto Empedocle. Dies ist eine blendendweisse Kalkformation, deren schräg verlaufende Riesenstufen tatsächlich an Treppen erinnern. Hier sollen einmal Türken (Piraten) an Land gegangen sein. Vom Parkplatz bis zum tiefer gelegenen Strand führt eine «echte» lange Treppe, welche uns einiges abverlangt. Bei einem Kaffee beim Eingang stehen schöne Palmen, deren «Früchte» wir allerdings nicht klar definieren können.





Am Nachmittag erreichen wir unser Tagesziel Marinella di Selinunte. Ein erster Rundgang zum Fischereihafen offenbart wiederum Kontraste. Unser Hotel Admeto wird von zerfallenden Gebäuden flankiert. Eine schöne Wegflora mit einer bunten Blumenpracht muss sich durch Abfall konkurrenzieren lassen. Am Hafen liegen Fischerboote und lassen sich Kneippen finden.















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