10. Via Segesta nach Palermo
Heute scheint wieder die Sonne und die Temperatur ist frühlingshaft. Wir brechen auf nach Segesta, einem kleinen Ort etwa 30 km von Trapani entfernt. Hier steht ein antiker dorischer Tempel inmitten einer sehr landwirtschaftlichen Kulisse. Es wird vorwiegend Getreide angebaut. Der imposante Tempel wurde offenbar nie ganz fertig erstellt. Verschiedenste Kulturen gaben sich in der Region ihr Stelldichein, so Trojaner, Phönizier, Elymer, Griechen, Karthager, Syrakuser, Römer und Araber. Etwas weiter oben am Berg würde sich noch ein antikes Theater der Elymer befinden, aber wir sind nach dem steilen Aufstieg zum Tempel mit uns bereits zufrieden. Eine bunte Wegflora schmückt unseren Wanderweg.
Die Fahrt nach Palermo ist anspruchsvoll. Wenn wir eine Geschwindigkeitsgrenze um lediglich 20 km überschreiten, werden wir mit grossem Tempo überholt. Je näher wir uns der Hauptstadt Siziliens nähern, desto krimineller wird der Verkehr. Auf engstem Raum wird man von Töffs und Vespas rechts und links überholt. Vortrittsregeln sind für Greenhörner, beim Reissverschlüsseln gewinnt der Frechere und für Fussgänger gelten ähnliche Regeln wie in Vietnam: einfach zulaufen! Nachdem uns unsere ursprüngliche Unterkunft im Stadtzentrum von Palermo mitgeteilt hat, dass bei ihnen wegen Bauarbeiten leider während zweier Tage Strom und Wasser abgestellt werden, suchten wir am Stadtrand ein anderes Hotel. Die Zufahrt zum erhöht liegenden Hotel Bel 3 ist zwar nicht einmal mit Google Maps garantiert, doch dank einer stufenweisen Programmierung finden wir das Dreisternehotel, welches gut und gerne auch 4 Sterne tragen dürfte. Die Aussicht auf die Stadt Palermo ist einzigartig, es ist ein bewachter privater Parkplatz vorhanden und der Komfort entspricht schweizerischen Verhältnissen. Zudem wird ein hoteleigener Shuttletaxi bis ins Stadtzentrum angeboten. Der nahe gelegene kleine Flughafen Boccadifalco scheint nicht mehr in Betrieb zu sein. Wir befinden uns im Villenviertel mit Eisentoren und bellenden Hunden. Unerwartet finden wir auf unserem ersten Erkundungsspaziergang eine Naturstrasse, welche durch kleine Waldpartien führt. Entlang dem Weg lädt eine bunte Flora wiederum zum Fotografieren ein.
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